Eigentlich habe ich diese Spargelsuppe schon vor ein paar Tagen gekocht. Aber bevor die diesjährige Spargelsaison endgültig ihre Koffer packt, möchte ich euch das Rezept unbedingt noch dalassen.
Denn diese Suppe wäre viel zu schade, um bis zum nächsten Frühjahr in meiner Rezeptschublade zu verschwinden.
Das Schöne daran ist nämlich: Ihr seid überhaupt nicht darauf angewiesen, dass gerade Spargelzeit ist. Immer wenn ich Spargel koche, setze ich aus den Schalen, Abschnitten und dem Kochwasser
einen kräftigen Spargelfond an. Diesen fülle ich anschließend in Portionen von etwa 1,5 Litern ab und friere ihn ein. So habe ich das ganze Jahr über einen kleinen Spargelvorrat im
Tiefkühler.
Wenn mich die Lust auf Spargel packt oder ich für Gäste etwas Besonderes kochen möchte, muss ich den Fond nur auftauen und kann innerhalb kurzer Zeit eine herrlich aromatische Spargelsuppe auf
den Tisch bringen. Für die Suppeneinlage wandern bei mir auch ein paar Spargelstangen ins Gefrierfach. Das funktioniert erstaunlich gut und sorgt dafür, dass die Suppe selbst mitten im Herbst
oder Winter nach Frühling schmeckt.
Besonders liebe ich an diesem Rezept, dass aus vermeintlichen Resten etwas richtig Feines entsteht. Die Schalen und Abschnitte liefern unglaublich viel Aroma und bilden die Grundlage für eine
wunderbar cremige Suppe. Dazu kommen gebratener grüner und weißer Spargel, ein würziges Basilikumöl mit Walnüssen und, wenn mir danach ist, ein wenig knuspriger Serranoschinken.
Das Ergebnis ist keine klassische Spargelcremesuppe, sondern ein richtiges Wohlfühlgericht mit vielen Aromen und unterschiedlichen Texturen.
Falls ihr also noch Spargel im Kühlschrank habt oder euren Tiefkühler clever für die spargelfreie Zeit bestücken möchtet, dann probiert dieses Rezept unbedingt aus.
Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Nachkochen und Genießen.
Cremige Spargelsuppe mit gebratenem Spargel und Basilikumöl
2 Portionen zum satt werden mit etwas Ketobaguette oder für 4 Personen zum feinen Essen als Vorspeise
Für die Spargelsuppe
- Schalen und Abschnitte von ca. 1 kg Spargel
- Spargelkochwasser vom letzten Spargelessen, mit Wasser auf insgesamt 1,5 Liter
aufgefüllt (alternativ 1,5 Liter frisches Wasser)
- 200 g Schmand
- 2 TL Xanthan Gum
- etwas frisch geriebene Muskatnuss
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
- einige Spritzer Zitronensaft
- 2 bis 4 EL Pudererythrit
Für das Basilikumöl
- 1 Handvoll frisches Basilikum
- 10 EL hochwertiges Olivenöl
- etwas Salz
- 1 gestrichener TL Piment d’Espelette
- 4 Walnusshälften
Für die Suppeneinlage
- 6 dicke Stangen weißer Spargel
- 12 Stangen grüner Spargel
- Olivenöl zum Braten
- 1 frische Knoblauchknolle (französischer Knoblauch)
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
- 1 Handvoll Walnusshälften
optional
- Serranoschinken nach Geschmack
- Cracker als Beilage
Die Spargelbasis
- Die Spargelschalen und Abschnitte zusammen mit dem Spargelkochwasser beziehungsweise 1,5 Litern Wasser in einen Topf geben.
- Alles etwa 40 Minuten sanft köcheln lassen, damit sich die Aromen vollständig entfalten können.
- Anschließend durch ein feines Sieb abgießen. Die Schalen dabei sorgfältig ausdrücken, damit möglichst viel Geschmack in der Brühe bleibt.
- Die heiße Flüssigkeit vom Herd nehmen und den Schmand gründlich einrühren. Mit etwas Muskat würzen.
- Nun etwas warme Flüssigkeit in ein Glas geben und das Xanthan Gum unter ständigem Rühren darin auflösen. Nach und nach weitere warme Flüssigkeit hinzufügen, bis eine glatte Mischung entsteht.
- Diese anschließend mit einem Schneebesen in die Suppe einarbeiten.
- Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Pudererythrit abschmecken. Die Suppe nur noch vorsichtig erwärmen und nicht mehr sprudelnd kochen lassen.
Das Basilikumöl
- Basilikum, Olivenöl, Salz, Piment d’Espelette und die Walnusshälften in einen Food Processor geben.
- Alles zu einem feinen, aromatischen Öl pürieren.
- Bis zum Servieren beiseitestellen.
Die Suppeneinlage
- Den weißen Spargel schälen. Von weißem und grünem Spargel die Enden entfernen.
- Anschließend beide Sorten in kräftige Scheiben schneiden.
- Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen.
- Zuerst den weißen Spargel etwa drei bis vier Minuten anbraten. Danach den grünen Spargel hinzufügen.
- Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen und alles unter gelegentlichem Wenden goldbraun anrösten.
- Den Knoblauch hineinpressen und kurz mitbraten.
- Sobald der Spargel bissfest gegart ist, die Walnusshälften unterheben.
- Wer mag, brät zusätzlich einige Scheiben Serranoschinken in einer separaten Pfanne knusprig aus. Nach dem Abkühlen in grobe Stücke brechen.
Anrichten
- Die Spargelsuppe vorsichtig erwärmen.
- Den gebratenen Spargel in tiefe Teller verteilen. Nach Wunsch den knusprigen Serranoschinken darübergeben.
- Mit der heißen Spargelsuppe auffüllen und zum Abschluss großzügig das Basilikumöl darüberträufeln.
- Dazu passen hervorragend selbstgemachte Cracker oder ein fluffiges Ketobaguette
TIPP: Der wahre Star dieser Suppe ist für mich der selbst gekochte Spargelfond. Wer regelmäßig Spargel zubereitet, sollte die Schalen und Abschnitte deshalb nicht wegwerfen. Zusammen mit dem Spargelkochwasser entsteht daraus eine wunderbar aromatische Grundlage, die sich hervorragend einfrieren lässt. Ich fülle den Fond meist in Portionen von etwa 1,5 Litern ab. So habe ich jederzeit die Möglichkeit, auch weit außerhalb der Spargelsaison eine richtig gute Spargelsuppe auf den Tisch zu bringen. Für die Einlage friere ich zusätzlich einige Spargelstangen ein. Das funktioniert erstaunlich gut und sorgt dafür, dass die Suppe selbst im Herbst oder Winter noch nach Frühling schmeckt.
WISSENSWERTES: Viele der feinen Spargelaromen sitzen nicht nur in den Stangen selbst, sondern auch in den Schalen und Abschnitten. Deshalb lohnt es sich, daraus einen Fond
zu kochen, anstatt sie direkt zu entsorgen. Durch das lange Auskochen gehen zahlreiche Geschmacksstoffe in die Brühe über und sorgen für ein intensives Spargelaroma.
Spargel besteht zu rund 93 Prozent aus Wasser und liefert dabei nur wenige Kohlenhydrate. Gleichzeitig enthält er wertvolle Mineralstoffe wie Kalium sowie Folsäure und verschiedene sekundäre
Pflanzenstoffe. Besonders spannend ist die Kombination in diesem Rezept: Während der Spargel für Frische und Leichtigkeit sorgt, liefern Schmand, Olivenöl, Walnüsse und Feta wertvolle Fette und
machen die Suppe angenehm sättigend. Dadurch entsteht ein Gericht, das wunderbar in eine ketogene Ernährung passt und gleichzeitig überraschend elegant daherkommt.
Für mich ist diese Suppe außerdem ein schönes Beispiel dafür, wie aus vermeintlichen Küchenresten etwas ganz Besonderes entstehen kann. Nachhaltiger und leckerer kann Resteverwertung kaum sein.
Rezept 06/2026
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